Anfrage / Hessischen Landesamt

Ortsverband Bündnis 90 Die Grünen                            27.02.2011
Schlesische Strasse 6
35469 Allendorf/ Lumda

Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Rheingaustrasse 186
65203 Wiesbaden

Vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie wird im Roßberger Wald, nahe Marburg, ein Zwischenlager für leicht radioaktive Abfälle betrieben. Auf Ihrer Homepage ist unter der Rubrik -Entsorgung radioaktiver Abfälle- leider nichts hinterlegt, bzw. gerade diese Auskunft in Bearbeitung.

Von der Homepage des Hessischen Umweltministeriums kann man entnehmen, daß das Lagervolumen des dortigen Zwischenlagers 400 Kubikmeter umfasst, das würde bezogen auf 200 ltr Fässern ca 1500 Einzelgebinden entsprechen.

Das Lager besteht seit Ende der 60er Jahre.

Nun unsere Fragen :
-wieviele 200 ltr Fässer lagern bereits in dem Zwischenlager und wann sind  die Kapazitäten erschöpft?
-was ist geplant wenn die Kapazitäten ausgeschöpft sind?
-wird es eine Erweiterung des Lagers geben oder ist schon eine geplant?
-bleibt es dort ein Zwischenlager für leicht radioaktive Abfälle oder kann dort auch zukünftig stärker belastetes Material gelagert werden?

Das Lager ist nur wenige Kilometer von Allendorf/ Lumda entfernt.
Gerne möchten wir die Allendorfer Bürgerschaft diesbezüglich informieren, daher wäre ich um eine Auskunft sehr dankbar.

mit freundlichen Grüßen

Christian Zuckermann, Ortsverband Bündnis 90/ Die Grünen Allendorf/ Lumda


Am 15.04.2011 hat die Staatsministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Lucia Puttrich folgende Antworten mitgeteilt:

Am 03.03. hat das Regionalbüro der Grünen Landtagsabgeordneten Angela Dorn auf Anfrage der Allendorfer Grünen ein offizielles Auskunftsersuchen bezüglich der Landessammelstelle für Radioaktive Abfälle bei dem zuständigen Ministerium gestellt.

Die Fragestellung umfasste u.a. die Menge der dort lagernden Abfälle sowie die eventuelle Ausschöpfung der vorhandenen Kapazitäten und ob es eine Erweiterung des Lagers oder eine Lockerung der Grenzwerte des Strahlenmülls geben wird.

Diesen Fragestellungen vorangestellt hat die Staatsministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Lucia Puttrich folgende Antworten mitgeteilt:

Die Landessammelstelle ist eine atomrechtlich genehmigte und überwachte Einrichtung mit einer Kapazität für 1500 Fässer a` 200 Liter. Derzeit lagern dort 721 Fässer.
Es ist ausreichend Lagerkapazität vorhanden, bis die Abfälle an das Bundesendlager Konrad abgegeben werden können.
Auf Basis der aktuellen Ein- und Ausgänge ist derzeit nicht anzunehmen, dass die Lagerkapazität im weiteren Betrieb ausgeschöpft werden könnte.
Eine Erweiterung der Landessammelstelle ist nicht geplant. Vielmehr soll die Landessammelstelle Roßberg sämtliche Gebinde an das Bundesendlager Schacht Konrad abgeben, sobald dieses in Betrieb geht. Bis zu dieser Inbetriebnahme sollen die bereits endlagergerecht konditionierten Fässer in so genannte Konrad- Container überführt werden.
Die konkreten Planungen, wie das Zusammenstellen der Abfallkontingente oder die Qualifizierung und Bewertung der Abfälle, erfolgt durch das Hessische Landesamt für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Nach vollständiger Abgabe der zwischengelagerten Abfälle über einen Konditionierer an das Endlager Konrad muss der Weiterbetrieb der Landessammelstelle neu überdacht werden.

Abschließend wird berichtet, dass Lagerungen von „stärker belastetem Material” ausgeschlossen und nicht vorgesehen sind.

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